Mit dieser Seite wollen wir zeigen, wie Infektionen (zum Beispiel mit HIV oder Hepatitis) vermieden werden können. Im Mittelpunkt stehen Tipps zum "Drücken", denn Heroin wird in Deutschland meistens gespritzt ("intravenös" konsumiert = in die Venen gespritzt) und hier lauern die größten Gefahren.
Wir informieren aber auch über "Risiken und Nebenwirkungen" von Heroin, Kokain, Crack und Tabletten und über andere Konsumformen wie Sniefen und Rauchen.
Dass der Genuss von Heroin, Kokain, Crack, Tabletten usw. darüber hinausreichende erhebliche gesundheitliche Schäden verursacht, setzen wir als allgemein bekannt voraus und haben daher diese hier nicht nochmals aufgeführt!
Dass Heroin nicht nur gespritzt, sondern auch gesnieft (durch die Nase gezogen) oder von Folie geraucht werden kann, ist vielleicht nichts Neues. Die meisten drücken aber, vor allem wegen der astronomischen Preise und der schlechten Stoffqualität. Wenn du allerdings die Safer-Use-Regeln nicht beachtest, kannst du dich leicht mit HIV infizieren oder dir eine Hepatitis einfangen.
Auch Rauchen oder Sniefen sind nicht ganz ohne ....
Beim Sniefen sind zwar Überdosierungen fast ausgeschlossen, da das Heroin nur langsam in den Blutkreislauf gelangt, auch die Venen werden geschont, aber häufiges Sniefen greift die Nasenschleimhäute und die Nasenscheidewand stark an und es kann zu Entzündungen und Geschwüren kommen. Ausserdem ist bei gemeinsamer Nutzung des Röhrchens die Übertragung von Hepatitis-Viren möglich, vor allem bei einer akuten Hepatitis, die man aber nicht immer erkennen kann.
Beim Rauchen, also Erhitzen auf einer Alufolie, bei der das Heroin zunächst in eine ölige Flüssigkeit und dann in Rauch übergeht, ist eine Überdosierung ebenfalls kaum möglich; das Risiko einer HIV- oder Hepatitisinfektion durch unsteriles Spritzbesteck ist ausgeschlossen. Es gibt kein "Danebendrücken" und keine Abszessgefahr - allerdings kann es beim Heroinrauchen zu Reizungen der Atemwege kommen; Komplikationen gibt es vor allem dann, wenn Bronchien oder Lunge schon geschädigt sind, etwa bei Bronchialasthma.
Ausserdem ist auch hier, ähnlich wie beim Sniefen, bei gemeinsamer Verwendung eines Röhrchens, die Übertragung von Hepatitis-Erregern durchaus möglich. Also immer eigenes Röhrchen verwenden!
Heroin drücken (spritzen, injizieren) ist, da weder Qualität noch Konzentration des Stoffs bekannt sind, besonders risikoreich durch Überdosierungen. Je konzentrierter der Stoff ist, umso vorsichtiger muss gespritzt werden. Außerdem ist beim Drücken die Ansteckungsgefahr durch nicht steriles Spritzbesteck sehr groß, von Abszessen, Venenentzündungen und "Shakes" ganz zu schweigen.
.... (Koks) wird meistens gesnieft, also mit einem Röhrchen durch die Nase aufgenommen. Neben dem Risiko der Hepatitis-Übertragung bei gemeinsamer Nutzung des Röhrchens, ist vor allem auf die Schädigung der Nasenschleimhäute und die Gefahr von Geschwüren und Entzündungen hinzuweisen.
Um Kokain rauchen zu können, muss es vorsichtig zusammen mit Magensalz (Bullrichsalz) erwärmt werden. Das Pulver wird so in rauchbare Kristalle umgewandelt, die dann in einer "Purpfeife" oder von Alufolie geraucht werden. Keinesfalls Ammoniak zur Erzeugung der Kristalle verwenden! Ammoniak erzeugt Übelkeit und ist sehr gesundheitsschädlich. Ist die Leber angegriffen (z.B. durch eine Hepatitis) wird das Ammoniak nicht ausgeschieden und verbleibt im Blutkreislauf! Beim Rauchen ("Basen") ist das Risiko einer Infektion mit HIV oder Hepatitis ausgeschlossen, solange das Röhrchen nicht bei einer akuten Hepatitis-Erkrankung gemeinsam genutzt wird. Allerdings strapaziert das Rauchen von Kokain die Atemwege stark.
Kokain spritzen ist die riskanteste Form des Gebrauchs. Über unsteriles Besteck kannst du dich schnell mit HIV oder Hepatitis anstecken. Außerdem betäubt Kokain die Einstichstelle und die Umgebung, du merkst gar nicht, wenn du danebendrückst - egal ob du in Venen, Fettgewebe oder Muskeln spritzt. Später merkst du es dann umso mehr, denn so bilden sich besonders leicht Abszesse.
Crack wird immer öfter gedrückt, anstatt die Cracksteine, wie bisher üblich, in einer "Purpfeife" zu rauchen.
Crack drücken ist ziemlich riskant (wie das Spritzen von Heroin und Kokain): Da man nur kaltes Wasser und Ascorbinsäure zum Auflösen verwendet, werden Viren und Bakterien nicht abgetötet. Infektionen sind also beinahe vorprogrammiert.
Es ist so einfach wie wahr: Tabletten sind zum Schlucken gemacht und nicht zum Spritzen. Das Talkum, in dem die Wirkstoffe gebunden sind, verursacht früher oder später Ablagerungen in den Venen und im Gewebe; Entzündungen und Verstopfungen sind die Folge - im schlimmsten Fall droht sogar die Amputation. Ausserdem besteht das kaum kalkulierbare Risiko einer Überdosierung, die bis zur Atemlähmung führen kann.
"Cocktails" aus Heroin und Kokain sind aufgrund der gegensätzlichen Wirkung der beiden Stoffe ziemlich beliebt; manche mischen auch Heroin mit Tabletten.
Cocktails erhöhen das Risiko einer Überdosierung um ein Vielfaches (bei Tabletten droht ausserdem die Gefahr einer Atemlähmung). Daher sollte keinesfalls mehr als die sonst übliche Menge konsumiert werden.
Risiken
beim Spritzen:Sie sind da, auch wenn du sie nicht siehst: Viren, Bakterien und Pilze. Sie verkriechen sich in Blutresten in gebrauchten Spritzen oder Nadeln, in gebrauchten Filtern, auf schmutzigen Löffeln und so weiter. Kommen Sie in die Blutbahn, können solche Erreger zusammen mit irgendwelchen Beimengungen im Stoff die unangenehmen "Shakes" - Schüttelfrost, Krämpfe usw. - oder Abszesse verursachen. Eine Reihe von Bakterien und Pilzen kann in Herz und Lunge geraten, sich dort festsetzen und zu schweren (manchmal lebensbedrohlichen) Komplikationen führen. Und dann sind da auch noch Hepatitis und HIV!
Besonders riskant:
(Quelle: Safer use, Broschüre der Deutschen Aids-Hilfe, Berlin 2001)