HIV (Human Immundefekt Virus) und AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome), trat erstmals Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in Erscheinung. Seitdem wächst die Zahl der Infektionen Jahr für Jahr - in weiten Bereichen der Welt teilweise ungebremst und mit katastrophalen Folgen für das soziale und wirtschaftliche Leben.
Allein in Deutschland haben sich seit Beginn der Epidemie rund 60.000 Menschen mit dem HIV-Virus infiziert, davon sind 21.000 Menschen bereits an den Folgen der HIV-Infektion / AIDS-Erkrankung gestorben, von den 39.000 Menschen die in Deutschland infiziert sind, sind 26.000 an AIDS erkrankt. (Zahlen Robert-Koch-Institut, März 2003)
Die Ansteckungswege und Möglichkeiten des Schutzes vor dem Virus sind
vielen bekannt. Warum dann diese Seite? -> damit Sie die eigene Gefährdung
abschätzen, das eigene Verhalten anpassen und so eine Ansteckung vermeiden
können.
Unnötige Sorgen und Ängste sollen vermieden
und Vorurteile abgebaut werden, damit ein Klima der Ausgrenzung und Abwertung
von Infizierten und Kranken vermieden werden kann.

HIV ist ein Virus das vor allem die Zellen des Abwehrsystems befällt. Es
vermehrt sich in ihnen, setzt sie außer Funktion und zerstört sie
schließlich. Das körpereigene Abwehrsystem kann - anders als bei
den meisten anderen Infektionen - HIV nicht aus dem Körper entfernen, obwohl
einige Wochen nach der Infektion Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das eingedrungene
Virus gebildet werden.
AIDS ist eine schwere, durch HIV ausgelöste, Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems. Es macht den Körper wehrlos gegen viele Krankheitserreger und anfällig für Tumore, die ein gesunder Mensch problemlos abwehrt. Die durch die Schwächung des körpereigenen Immunsystems ausgelösten Krankheiten führen schließlich zum Tod.
HIV gehört zu den schwer übertragbaren ansteckenden Krankheiten, d.h. eine Infektion ist nur durch Austausch von Körperflüssigkeit (Blut, Sperma, Scheidenflüssigkeit) die mit HI-Viren belastet ist, möglich.
Ein "zufälliger" Kontakt im Alltag als Infektionsquelle ist
auszuschließen. Die HI-Viren überleben ausserhalb des Körpers
nur relativ kurze Zeit (10 - 15 Minuten), ist die Körperflüssigkeit
(Blut, Sperma, etc.) bereits angetrocknet sind auch die HI-Viren bereits abgestorben.
Darüber hinaus ist für die Infektion ein direkter Kontakt (offene,
blutende Wunde, Kontakt mit Schleimhäuten) notwendig. Die gesunde Haut
und selbst eine Wunde mit Krustenbildung, lassen HI-Viren nicht eindringen.
Nach einigen Wochen kann es zu ersten Anzeichen der Infektion kommen: kurz andauerndem
Fieber, Hautausschlag und Drüsenschwellungen beispielsweise. Dieses vorübergehende
Krankheitsbild ist aber nicht mit der Krankheits AIDS gleichzusetzen!
Die meisten Menschen mit HIV bleiben über Jahre beschwerdefrei.
Die Infektion wirkt sich nicht spürbar aus und ist den infizierten Menschen
auch nicht anzusehen.
Aber mit der Ausbreitung des Virus im Körper ist bereits eine Ansteckung
anderer Menschen möglich und zwar schon bevor Antikörper im
HIV-Test nachweisbar sind und auch, wenn das Virus im Blut aufgrund einer
medikamentösen Behandlung nicht mehr nachweisbar sein sollte.
Langsam entwickelt sich eine Schwächung des Immunsystems, die schließlich
zur Erkrankung AIDS führt - dem tödlich verlaufenden Endstadium der
HIV-Infektion. Ursächlich für den Tod sind meist Infektionen, ausgelöst
durch verschiedene, für den Gesunden meist harmlose, Erreger.
Die seit 1996 verfügbare retrovirale Behandlung verlängert zwar die
Lebenserwartung da die rasche Ausbreitung der Viren im Körper gehemmt wird,
birgt aber wegen der nicht unerheblichen Nebenwirkungen zusätzliche Gefahren.
HIV und AIDS sind nach heutigem Erkenntnisstand also nicht mehr zwangsläufig
tödlich, aber auf jeden Fall als chronische Erkrankung anzusehen, die zu
einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führt.
Schnellübersicht der Infektionsrisiken:
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Großes Infektionsrisiko |
Mittleres Infektionsrisiko |
Kein Infektionsrisiko |
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Gemeinsame Nutzung von Spritzen und Nadeln (Drogengebraucher) |
Oralverkehr (Mundverkehr) |
Küssen, Zungenküsse: |
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Ungeschützter Analverkehr (Darmverkehr) |
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Körperkontakte, Hautkontakte: |
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Ungeschützter Vaginalverkehr
(Scheidenverkehr) |
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Familienleben, Gemeinschaftsleben: |
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Schwangerschaft einer HIV-infizierten Frau - großes Risiko für das Kind vor, während und nach der Geburt (Stillen). Eine umfassende medizinische Betreuung kann das Risiko für das Kind jedoch sehr stark senken. |
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Übertragung durch die Luft: |
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Sexualpraktiken mit Kontakt zu Blut und Körperflüssigkeiten (SM-Spiele, gemeinsame Bentzung von Sexspielzeug (Toys) wie Dildos, o.ä.) Hier besteht vor allem durch Flüssigkeitsanhaftungen ein Infektionsrisiko. Daher "eigenes Spielzeug" verwenden oder reinigen bevor es von anderen Personen genutzt wird. |
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Essen und Restaurant, Geschirr,
Kleidung, Wäsche: |
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Schwimmbad, Sauna, Toiletten, Waschräume: |
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Arzt, Zahnarzt, Krankenhaus: |
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Bei Gabe von Blut und Blutplasma besteht trotz sehr effektiver Sicherungsverfahren ein - äußerst niedriges - Restrisiko. Deswegen wird bei planbaren Operationen die Eigenblutspende empfohlen. Inaktivierte Blutprodukte sind bei ordnungsgemäßer Herstellung praktisch HIV-sicher. |
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Friseur, Maniküre, Piercing,
Tätowieren, Ohrlochstechen: |
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Insektenstiche: |