Sind sie schon getestet?
Nach einer Infektion werden im Verlauf von 8-12 Wochen Antikörper (Abwehrstoffe) gegen HIV gebildet. Diese können mit dem HIV-Test nachgewiesen werden (die Bezeichnung AIDS-Test ist nicht korrekt, da nicht die AIDS sondern die Infektion mit dem HI-Virus nachgewiesen wird).
Da im Blut eine Vielzahl anderer Antikörper vorhanden ist, wird bei einem positiven ersten Testergebnis dieses vor Mitteilung mit einem (umfangreicheren) Bestätigungstest kontrolliert - um die irrtümliche Annahme einer Ansteckung ("falsch positiv") auszuschließen.
Ein "negatives" Testergebnis (keine HIV-Antikörper nachgewiesen) ist nur aussagekräftig, wenn das Infektionsrisiko mindestens ca. drei Monate zurückliegt !
Grundsätzlich gilt: Der Test darf nicht ohne Ihre Einwilligung durchgeführt werden. Und eine persönliche Beratung vorher ist sehr anzuraten.
Der Test ist keine Vorbeugungsmaßnahme. Er kann Sie nicht vor einer Ansteckung schützen. Auch wenn der Test negativ ausgefallen ist, müssen Sie sich künftig vor einer Ansteckung schützen.
Der Test kann keine Aussage über eine Infektion in den letzten Wochen machen. Es dauert zwei - drei Monate bis sich Antikörper bilden, bei einer "frischen" Infektion kann diese daher noch nicht nachgewiesen werden.
Sogenannte "Aids-frei"-Bescheinigungen in Swingerclubs und Bordellen sind irreführend und vermitteln eine trügerische Sicherheit!
Der Test kann auch keine Aussage über die Zukunft machen. Falls Sie infiziert sind, kann er nicht sagen, ob und wann Sie an AIDS erkranken. Er ist kein "AIDS-Test".
Wann ist ein Test sinnvoll?
Ein Test sollte immer dann erwogen werden, wenn Sie ein HIV-Risiko hatten.
Der Test kann sinnvoll sein bei Krankheitssymptomen wie wochenlang anhaltendem Fieber, über Wochen andauernden massiven Durchfällen, langanhaltendem Nachtschweiß, Hauttumoren oder dauernden Schwellungen der Lymphknoten.
In solchen Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!
Vor einer geplanten Schwangerschaft:
Eine infizierte Mutter kann den Erreger auf ihr Kind übertragen. Deshalb ist vor einer geplanten Schwangerschaft eine Beratung und ggf. ein Test für beide Partner empfehlenswert
Beim Wunsch nach ungeschützter Sexualität.
Paare mit dem Wunsch nach Sex ohne Kondom sollten sich testen lassen, falls eins früheres Infektionsrisiko nicht auszuschließen ist
Falls Sie früher (vor Oktober 1985) Bluttransfusionen oder Blutprodukte bekommen haben, deren HIV-Sicherheit nicht gewährleistet war. Heute ist in Deutschland eine Ansteckung auf diesem Weg praktische ausgeschlossen
Wenn Sie ein HIV-Risiko hatten
und einen Test machen wollen,
sollten Sie sich unbedingt ausführlich bei einem Arzt, beim Gesundheitsamt oder in einer Aids-Beratungsstelle beraten lassen;
und keinen Test machen wollen,
müssen Sie sich zukünftig so verhalten, als ob Sie infiziert wären; also konsequent Safer Sex mit ALLEN SexualpartnerInnen !
HIV-"Heimtests" und "Selbst-Schnelltest" sind in Deutschland nicht zugelassen.
Problematisch sind unter anderem ihre fragliche Anwendungssicherheit und die Tatsache, dass im Falle eines positiven Testergebnisses kein Bestätigungstest und keine unmittelbare persönliche Beratung stattfindet.
Wie wird der Test durchgeführt?
Nach einem einleitenden Beratungsgespräch mit dem Arzt wird eine Blutprobe entnommen. Diese wird einem Test zum Nachweis von HIV-Antikörpern unterzogen. Sind keine Antikörper nachweisbar (der Test "negativ") wird das Ergebnis dem behandelnden Arzt mitgeteilt. Sind Anti-Körper nachweisbar wird die Probe einem weiteren, umfangreicheren, Test unterzogen.
Das Testergebnis liegt nach ca. 3-7 Tagen vor. Das Ergebnis wird immer in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt. Telefonische Auskünfte zum Testergebnis werden nicht gegeben! Die Beratung und der Test werden beim Gesundheitsamt anonym und meist kostenlos durchgeführt.
Gesundheitsamt des Oberbergischen Kreises
Am Wiedenhof 1- 3
51643 Gummersbach
Tel. 02261 / 88 5305 oder 88 5318
Hier finden Sie das Verzeichnis der Gesundheitsämter in ganz Deutschland